Burkhard Allgeier
Geschäftsführer
18.05.2020

In erster Linie ist die im Zuge des öffentlichen Stillstands eingetretene ökonomische Abkühlung zu nennen. Eine schnelle Erholung, wie sie von vielen Marktteilnehmern erwartet wird, ist keineswegs ausgemacht. Selbst im Falle des Ausbleibens einer weiteren dynamischen Entwicklung von Neuinfektionen sind die Zweitrundeneffekte des über mehrere Wochen andauernden Angebotsschocks weitestgehend unklar. Abnehmende Beschäftigungszahlen, Kreditausfälle oder auch eine Vielzahl von Unternehmensinsolvenzen sind nur einige der denkbaren weiteren Konsequenzen des Stillstands.

Warum profitiert Gold von Krisen?

Gold gilt als sicherer Hafen, als ultimative Währung mit der wahrscheinlich längsten Historie. Gold wird dann gekauft, wenn das Vertrauen in Politik und risikoreichere Anlageklassen schwindet. Daneben gilt Gold als Schutz vor Inflation – wird also in Zeiten steigender Verbraucherpreise überproportional nachgefragt. Denn Gold hat durch seine physische Knappheit einen intrinsischen Wert und verkörpert damit seit jeher Beständigkeit in der Wertanlage.
Daneben profitiert Gold von den Krisen-Hilfsmaßnahmen staatlicher Stellen. Die Umsetzung ultraexpansiver geld- und fiskalpolitischer Maßnahmen als Antwort auf den konjunkturellen Einbruch war auch in dieser Krise ein weiterer Katalysator für den Preisanstieg des Edelmetalls. Insbesondere die Notenbankinterventionen wie Zinssenkungen und Anleiheankaufprogramme haben die Opportunitätskosten von Gold gesenkt. In Zeiten niedrig oder sogar negativ-verzinster Anleihen ist die fehlende laufende Rendite eher Chance als Bürde. Der kurzzeitige Preisrückgang im März war dagegen – wie im Übrigen der vorübergehende Rückgang bei den Anleihepreisen bester Bonität – der Tatsache geschuldet, dass einige Marktteilnehmer Gewinne realisieren und Liquidität schaffen wollten. Der Weg des geringsten Widerstandes für Gold ist der weiter nach oben. Das nächste Ziel ist das alte Hoch von 1.770 Dollar/Unze.
Während Gold wieder glänzt, zählen auch börsengelistete Goldminen zu den Gewinnern an den Kapitalmärkten. Die Aktienkurse von Unternehmen wie Barrick Gold, Newmont oder Wheaton Precious konnten seit Jahresanfang zwischen 50 % und 60 % dazugewinnen – und dass in Zeiten, in denen der Gesamtmarkt zweistellig verloren hat. Dies liegt vor allem daran, dass neben dem Goldpreis die Förderkosten und die Investitionsausgaben für die Bewertung wichtig sind. Die Förderkosten profitieren aktuell vom gesunkenen Ölpreis (Treibstoff- und Stromerzeugungskosten) und der Schwäche von Rohstoffwährungen. Die Kapazitätsdisziplin zeigt sich in den getätigten Investitionen in neue Minen und in der Erweiterung bestehender Förderproduktionen. Schon seit geraumer Zeit steigt das Goldangebot nicht mehr. Corona-bedingt lag die Förderung im ersten Quartal sogar bei -4 %. Dieses Umfeld spricht neben den höheren Goldpreisen auch für weiteres Kurspotential von Goldminen-Aktien. Sie dürften unter Berücksichtigung der weiter bestehenden konjunkturellen Unsicherheit Outperformer in den kommenden Monaten bleiben.

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